Ich fand die Idee interessant, dass man „Fleischgewehr“ wörtlich nimmt und ein Gewehr (in dem Fall eigentlich eine Maschinenpistole) macht. Gewachsen ist die Idee, als ich es als Projekt für meine Masterarbeit auf der Universität eingereicht habe und es dort auf positive Resonanz gestoßen ist. Mit einer ersten Version (siehe „Fleischgewehr Beginning“) bin ich auf der Oxford Street rauf und runter gelaufen. Es war schrecklich unangenehm. Im Endeffekt hat mich ein befreundeter Künstler auf die Idee gebracht, dass das als Objekt in Epoxy gut aussehen könnte, was ich dann auch gemacht habe.
Der Prozess war ein dilettantischer: Ich habe zum ersten Mal mit Epoxy in diesem Umfang gearbeitet, die unterschiedliche Dichte von rohem Fleisch und dem Harz nicht bedacht und generell viel probiert. Eigentlich sollte man Epoxy bei 20 °C über mehrere Tage härten lassen, das rohe Fleisch erlaubt das aber nicht, also macht man einfach irgendwas.
Im Prozess ist das ganze Teil auch noch mal ein bisschen gesprungen, was dazu geführt hat, dass es in einem warmen Sommer zwei bis drei Jahre später ein bisschen geplatzt ist und leicht verwesender Fleischsaft ausgeronnen ist. Das hat dann in meiner Wohnung eher grauslich gerochen und es hat auch ein paar Tage gedauert, bis ich gemerkt habe, woher der Gestank kam. Beim Flicken davon habe auch ich mich aufgrund des Geruchs fast übergeben. Ein Jahr darauf ist das Ganze nochmal passiert, da habe ich die Geruchsquelle schneller identifizieren können. Nun ist es aber seit vielen Jahren dicht.
Material: Schweinefleisch, Holz, Epoxy
Maße: 40x30x10cm
Unikat
